Social Media – Chancen und Gefahren für Schülerinnen und Schüler.

Social Media ist für Jugendliche kein Trend, sondern Lebensraum. Auf Instagram und TikTok wird gelacht, diskutiert, entdeckt und manchmal auch unüberlegt gepostet. Zwischen Likes, Stories und Reels liegen Chancen zur Vernetzung und Inspiration, aber auch Risiken. Gerade für Schüler:innen und Lernende ist es deshalb entscheidend, Social Media nicht nur zu nutzen, sondern bewusst zu verstehen.

    Chancen – Social Media als Karriereturbo.

    Richtig genutzt kann Social Media Chancen bieten – auch für die berufliche Weiterentwicklung. Plattformen wie LinkedIn funktionieren längst wie digitale Visitenkarten. Aber auch Instagram kann je nach Berufsfeld eine Rolle spielen, etwa um Interessen, Kreativität oder Projekte sichtbar zu machen. Ein gepflegtes Profil mit aktuellen Angaben, ersten Erfahrungen und einem stimmigen Auftritt kann potenzielle Arbeitgeber neugierig machen – oft noch bevor eine klassische Bewerbung geschrieben wird.

    Networking ist alles.

    Ein weiterer Vorteil von Instagram und Co. ist das einfache Networking. Über Social Media lassen sich Kontakte zu Unternehmen, Fachpersonen oder anderen Lernenden knüpfen, ganz ohne formelle Hürden. Wer sich traut, Fragen zu stellen, Beiträge zu kommentieren oder selbst Inhalte zu teilen, wird sichtbar und bleibt im Gespräch.

    Social Media als Jobbörse und Lernplattform.

    Nicht zu unterschätzen sind Jobangebote und Lerninhalte auf Social Media. Viele Unternehmen posten offene Stellen oder Praktika direkt online – besonders auf LinkedIn, aber auch auf Instagram. Gleichzeitig bieten Plattformen wie YouTube, TikTok oder Podcasts eine Fülle an kurzen Erklärvideos, Lerntipps und Karriere-Inspiration. Der Vorteil: Die Inhalte sind meist kostenlos, schnell verständlich und jederzeit verfügbar.

    LinkedIn eignet sich nicht nur zum Netzwerken, sondern auch für die Suche nach passenden Stellen.

    Du bist deine eigene Marke.

    Der Aufbau einer persönlichen Marke beginnt heute oft online – auch ohne grosses Marketingwissen. Wer zum Beispiel auf Instagram oder LinkedIn Einblicke in die eigene Ausbildung teilt, ein Schulprojekt zeigt, Lernfortschritte dokumentiert oder über Interessen und Ziele spricht, macht sichtbar, wofür er oder sie steht. Das kann ein handwerkliches Projekt, ein gelungenes Präsentationsvideo oder ein kurzer Post über einen Lernerfolg sein. Solche Inhalte wirken authentisch, nahbar – und bleiben im Gedächtnis.

    “Überlege dir einen aussagekräftigen Slogan für dein Profil. Das könnte beispielsweise so klingen: Verlässlicher IT-Supporter: Probleme lösen, bevor sie entstehen.”

    BeneMagazin: In 8 Schritten zum professionellen LinkedIn-Profil – Teil 2.

    Risiken – Wo Social Media zur Stolperfalle wird.

    So gross die Chancen sind, so wichtig ist ein bewusster Umgang. Unprofessionelle Inhalte, alte Partyfotos oder unbedachte Kommentare können auch Jahre später noch auftauchen.

    Zwischen Teilen und Zuvielteilen.

    Ein weiteres Risiko ist das Verschwimmen von privaten und beruflichen Grenzen. Zu viele persönliche Einblicke oder emotionale Posts können ungewollt ein falsches Bild vermitteln. Gerade junge Menschen unterschätzen oft, wie öffentlich ihre Inhalte tatsächlich sind. Auch Datenschutz spielt eine zentrale Rolle. Persönliche Informationen, Standortdaten oder spontane Kommentare können langfristige Folgen haben. Im schlimmsten Fall drohen Shitstorms oder digitale Konflikte, ausgelöst durch einen einzigen unbedachten Post.

    «Die Generation Z verfügt zweifellos über eine sehr hohe digitale Kompetenz – Smartphones sind heute aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig bringt die digitale Welt jedoch zahlreiche Risiken und Herausforderungen mit sich.»

    Philipp Böbner, Prävention Stadtpolizei Zürich

    Privates nicht öffentlich machen.

    Datenschutzeinstellungen helfen dabei, Privates privat zu halten. Persönliche Inhalte auf Instagram oder TikTok sollten nur für ausgewählte Personen sichtbar sein. Gleichzeitig lohnt es sich, die eigenen Profile regelmässig zu prüfen und bewusst zu gestalten – besonders auf Plattformen mit beruflichem Bezug. Ein einfacher Richtwert hilft dabei: Würde ich das auch einem zukünftigen Arbeitgeber zeigen? Wer zudem gezielt Accounts folgt, die Mehrwert bieten, nutzt Social Media nicht nur sicherer, sondern auch sinnvoller.

    Wenn aus ein paar Minuten eine Stunde wird.

    Ein weiteres Risiko von Social Media sind Ablenkung und Zeitverlust. Endloses Scrollen kann die Konzentration und damit auch die schulische Leistung beeinträchtigen. Umso wichtiger ist ein bewusster Umgang: Wer Social Media gezielt nutzt, behält Zeit und Prioritäten im Blick.

    Wie Social Media wirkt, liegt in unserer Hand.

    Social Media ist weder gut noch schlecht – entscheidend ist, wie es genutzt wird. Für Jugendliche und Schüler:innen bietet es enorme Chancen für Lernen, Orientierung und Karriere. Mit einem bewussten, reflektierten Umgang lassen sich Risiken minimieren und Potenziale optimal ausschöpfen.

    Autor:in

    Julia Martinez

    Julia Martinez ist seit Februar 2022 als Digital Content Managerin an der Benedict in Zürich tätig. Bevor sie ihren Master of Arts in Publizistik erlangte, verdiente sie sich ihre Brötchen u.a. als Buchumschlagsgestalterin, als Bildredakteurin und im Filmverleih. Nach beruflichen Boxenstopps in den Bereichen Video, Text und Fotografie gab sie 2017 dem Schreiben endgültig das Ja-Wort. Sie freut sich auf deine Story für das BeneMagazin!

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