Professional Bachelor und Professional Master – Was bedeuten die neuen Titelzusätze?

Die Schweizer Bildungslandschaft erhält wichtige neue Titelzusätze: «Professional Bachelor» und «Professional Master». Damit will der Bund die höhere Berufsbildung stärken und ihre Abschlüsse national wie international besser sichtbar machen. Doch was bedeutet das konkret für Absolventinnen und Absolventen eines eidgenössischen Fachausweises oder eines eidgenössischen Diploms?

    Weshalb werden die neuen Titelzusätze Professional Bachelor und Professional Master eingeführt?

    Abschlüsse der höheren Berufsbildung, beispielsweise der eidgenössische Fachausweis, geniessen in der Schweiz einen hohen Stellenwert. Ausserhalb der Landesgrenzen sind diese Abschlüsse jedoch oft weniger bekannt und nicht immer auf Anhieb einzuordnen. Genau hier setzt die Reform an. Mit den neuen Titelzusätzen «Professional Bachelor» und «Professional Master» sollen Abschlüsse der höheren Berufsbildung verständlicher werden. «Diese Zusätze sollen die höhere Berufsbildung auf Tertiärstufe sichtbarer machen und ihr gesellschaftliches Ansehen stärken», so das SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation). Das entsprechende Massnahmenpaket wurde von den eidgenössischen Räten in der Wintersession 2025 verabschiedet. Das Inkrafttreten der neuen Regelung wird gegen Ende des Sommers 2026 erwartet.

    Die höhere Berufsbildung auf einen Blick.

    Die höhere Berufsbildung zählt zu den Erfolgsfaktoren des Schweizer Bildungssystems (siehe Grafik). Sie baut auf der beruflichen Grundbildung auf und führt zu Eidgenössischen Fachausweisen, Eidgenössischen Diplomen oder Abschlüssen an einer Höheren Fachschule (HF).

    • Berufsprüfungen: eidgenössischer Fachausweis
    • Höhere Fachprüfungen: eidgenössisches Diplom
    • Höhere Fachschulen: Diplom HF

    Das Erfolgsrezept: Theorie und Praxis greifen eng ineinander. Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertieftes Fachwissen und umfassende Berufserfahrung – Qualifikationen, die sie für anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben befähigen und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft stärken.

    5 Gründe, weshalb der Titelzusatz einen Mehrwert schafft.

    • Eidgenössische Fachausweise und Diplome werden international verständlicher.
    • Die höhere Berufsbildung gewinnt an Sichtbarkeit.
    • Praxisorientierte Qualifikationen auf Tertiärstufe erhalten mehr Anerkennung.
    • Arbeitgeber erhalten mehr Orientierung.
    • Die Wettbewerbsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen steigt.

    “Mit dem Titelzusatz wird auch die Höhere Berufsbildung mit ihren praxisorientierten Abschlüssen – eine schweizerische Spezialität – gestärkt und aufgewertet.”

    Marcel Biland, Bereichsleiter BBS/BVS Business School Zürich

    Was ändert sich für Fachpersonen mit eidgenössischem Fachausweis oder eidgenössischem Diplom?

    Die bestehenden Abschlüsse bleiben unverändert. Neu kann der bestehende Titel jedoch mit dem Zusatz «Professional Bachelor» oder «Professional Master» ergänzt werden. Dieser macht auf den ersten Blick sichtbar, dass es sich um einen Abschluss der höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe handelt, und erleichtert damit auch die Einordnung im internationalen Umfeld. Deutschland verwendet bereits seit 2020 die Titelzusätze «Bachelor Professional» und «Master Professional» für bestimmte Abschlüsse der höheren Berufsbildung. Mit der aktuellen Reform verfolgt die Schweiz ein vergleichbares Ziel: berufliche Qualifikationen sichtbarer zu machen und ihre internationale Vergleichbarkeit zu verbessern. Für Marcel Biland, Bereichsleiter BBS/BVS, liegt der Mehrwert der neuen Titelzusätze insbesondere in ihrer besseren Sichtbarkeit: «Die Einführung des Titelzusatzes ‹Professional Bachelor› bzw. ‹Professional Master› verleiht Abschlüssen der Tertiärbildung gerade auch im Recruiting-Prozess mehr Präsenz – im In- und eben auch im Ausland. Es ist eine kommunikative Aufwertung des Bildungsabschlusses, die dessen internationale Einordnung erleichtert und die Mobilität der Absolventinnen und Absolventen erhöht.»

    Höhere Berufsbildung an der Benedict und BBS/BVS.

    Die Benedict Schule und die  BBS/BVS Business School bieten diverse Lehrgänge an, die gezielt auf die eidgenössische Berufsprüfung vorbereiten. Sofern die neuen Titelzusätze wie vorgesehen eingeführt werden und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, können die entsprechenden Abschlüsse künftig den Titelzusatz «Professional Bachelor» tragen (Stand: 11. Juni 2026).

    Für Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs Medizinische:r Masseur:in steht die Umsetzung bereits fest: Ab Herbst 2026 wird der eidgenössische Fachausweis um den Titelzusatz «Professional Bachelor» ergänzt. Der vollständige Abschluss lautet dann:

    “Der neue Titel Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis / Professional Bachelor macht die Qualität und das Niveau unserer Ausbildung an der Benedict Schule St. Gallen noch sichtbarer und stärkt die Position unserer Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt.”

    Jan Fuchs, Bereichsleiter Medizin & Gesundheit der Benedict Schule St. Gallen und Präsident des Verbandes der Medizinischen Massagefachschulen der Schweiz (VMMS)

    Professional Bachelor und Hochschul-Bachelor: Wo der Unterschied liegt.

    Ein «Professional Bachelor» ist kein Hochschulabschluss. Die höhere Berufsbildung und die Hochschulbildung bleiben zwei eigenständige Bildungswege mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Hochschulen akademisch und wissenschaftlich ausgerichtet sind, baut die höhere Berufsbildung auf Berufserfahrung, Praxisnähe und der direkten Anwendbarkeit im Berufsalltag auf. Der neue Titelzusatz bedeutet somit keine Gleichstellung mit einem Hochschulabschluss.

    Was sich ändert und was bleibt.

    Für Personen, die einen eidgenössischen Fachausweis oder ein eidgenössisches Diplom anstreben, ist die Einführung der neuen Titelzusätze ein positives Signal. Das Inkrafttreten der neuen Titelzusätze wird gegen Ende des Sommers 2026 erwartet.

    Autor:in

    Julia Martinez

    Julia Martinez ist seit Februar 2022 als Digital Content Managerin an der Benedict in Zürich tätig. Bevor sie ihren Master of Arts in Publizistik erlangte, verdiente sie sich ihre Brötchen u.a. als Buchumschlagsgestalterin, als Bildredakteurin und im Filmverleih. Nach beruflichen Boxenstopps in den Bereichen Video, Text und Fotografie gab sie 2017 dem Schreiben endgültig das Ja-Wort. Sie freut sich auf deine Story für das BeneMagazin!

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