Wie wird man Ausbilderin? Beatrice Vetsch gibt Einblicke in den SVEB-Lehrgang.

Der Weg in die Erwachsenenbildung beginnt oft mit der SVEB-Ausbildung – und mit der Frage: Welche Fähigkeiten braucht es wirklich, um Menschen zu begeistern und Wissen wirksam zu vermitteln? Dozentin Beatrice Vetsch nimmt uns mit in ihren Unterricht und gibt persönliche Einblicke in ihren Berufsalltag. Ein Gespräch über Motivation, Methodik und die besondere Freude daran, andere beim Lernen zu begleiten.

Was gefällt Ihnen an der Tätigkeit als Dozentin?

Mich begeistert es, Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten und zu sehen, wie sie ihre eigenen Unterrichtskompetenzen aufbauen. Im Unterricht arbeite ich mit einer Mischung aus Theorie, praktischen Übungen, Gruppenarbeiten und Reflexionsphasen, was für eine abwechslungsreiche und praxisnahe Lernumgebung sorgt.

Welchen beruflichen Hintergrund bringen Sie mit und wie prägt diese Erfahrung Ihre Lehrtätigkeit?

Ich komme aus der Erwachsenenbildung und habe langjährige Erfahrung in Training, Coaching und Unterricht. Diese Praxis hilft mir, Inhalte sehr anwendungsnah und praxisorientiert zu vermitteln. Meine Schwerpunkte liegen in der Unterrichtsgestaltung, in Lernprozessen sowie in der Kompetenzentwicklung und Kommunikation.

“Viele möchten später in der betrieblichen Weiterbildung, an Berufsfachschulen oder in Kurszentren unterrichten.”

Beatrice Vetsch, Dozentin an der Benedict Schule

Wie sieht eine typische Klasse bei Ihnen aus?

Die Klassen sind sehr heterogen. Die Teilnehmenden kommen aus unterschiedlichen Branchen und bringen vielfältige Erfahrungen mit – in einer meiner letzten Klassen waren beispielsweise Personen aus der Pharmabranche, dem Personalwesen, der Pflege, eine Textilgestalterin oder ein Historiker vertreten. Viele möchten später in der betrieblichen Weiterbildung, an Berufsfachschulen oder in Kurszentren unterrichten und sich dafür gezielt didaktisch weiterentwickeln.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um einen Lehrberuf auszuüben?

Um zu unterrichten, braucht es in erster Linie Freude am Vermitteln, Geduld, Empathie und die Bereitschaft, sich selbst ständig weiterzuentwickeln.

Hat sich die Nachfrage nach der SVEB-Ausbildung in den letzten Jahren verändert?

Die Nachfrage ist konstant geblieben, da Weiterbildung und lebenslanges Lernen immer wichtiger werden. Viele Fachpersonen möchten ihr Wissen strukturierter weitergeben und benötigen dafür didaktische Kompetenzen. Zudem wird der SVEB-Abschluss von vielen Institutionen vorausgesetzt.

SVEB-Lehrgang an der Benedict Schule.

  • Dauer: 15 Präsenztage verteilt über vier Monate, zusätzlich 165 Stunden Selbststudium.
  • Zielgruppe: Für alle, die in der Erwachsenenbildung tätig werden möchten.
  • Kursinhalt
    Tag 1: Einführung und Grundlagen des Lernens von Erwachsenen
    Tag 2: Entwicklungspsychologie
    Tag 3: Lernbiologie und Lernbiografie
    Tag 4: Didaktisches Dreieck und Lernziele
    Tag 5: Kursplanung
    Tag 6: Didaktische Reduktion
    Tag 7: Unterrichtsformen und -methoden
    Tag 8: Lernen lernen
    Tag 9: Medien und Hilfsmittel
    Tag 10: Individualisieren und Kommunikation im Unterricht
    Tag 11: Rollen und Rollenverhalten
    Tag 12: Gruppenprozesse und Gruppendynamik
    Tag 13: Konfliktkompetenz
    Tag 14: Erfolgskontrolle und Messen von Lernerfolgen
    Tag 15: Zusammenfassung / Ausblick / Abschluss / Evaluation
  • Kursorte: Benedict Standorte Zürich, Bern und St. Gallen
  • Rückerstattung: 50 % Bundesbeiträge, falls danach die eidgenössische Prüfung angetreten wird

Abschluss: SVEB-Zertifikat Ausbilder:in – Durchführung von Lernveranstaltungen

Wie verändert sich der Lehrberuf hinsichtlich Digitalisierung und KI?

Digitale Tools und KI spielen eine immer grössere Rolle, etwa bei der Unterrichtsvorbereitung oder beim individualisierten Lernen. Deshalb thematisieren wir auch digitale Lernformen, Online-Unterricht sowie den reflektierten Einsatz von KI.

Was sind die grössten Herausforderungen im Beruf einer Erwachsenenbildnerin?

Eine der grössten Herausforderungen beim Unterrichten von Erwachsenen sind die sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden sowie der Anspruch, praxisnahe und gleichzeitig fundierte Inhalte zu vermitteln.

Top und Flops.

Top-Voraussetzung für den Beruf? Freude am Vermitteln.
Flop-Voraussetzung für den Beruf? Ungeduld.
Beliebtestes Fach? Unterrichtsgestaltung.
Unbeliebtestes Fach? Didaktische Theorie.
Häufigster Lehrbereich nach dem Abschluss? Betriebliche Weiterbildung.
Ältester Teilnehmender? Über 60 Jahre.
Jüngster Teilnehmender? Rund 25 Jahre.
Ihr schönstes Erlebnis als SVEB-Dozentin? Wenn Teilnehmende ihre ersten eigenen Unterrichtseinheiten erfolgreich durchführen.

Gibt es Fächer, die bei den Teilnehmenden besonders beliebt sind?

Besonders beliebt sind praxisnahe Themen wie Unterrichtsgestaltung und Methodenvielfalt. Didaktische Theorie oder schriftliche Reflexionsaufgaben werden teilweise als anspruchsvoller empfunden und sind daher etwas weniger beliebt.

Was würden Sie Interessierten empfehlen, die sich für die SVEB-Ausbildung interessieren?

Einfach ausprobieren – wer Freude am Vermitteln hat, wird in dieser Ausbildung viele wertvolle Werkzeuge kennenlernen.

Beatrice Vetsch.

Beatrice Vetsch ist Dozentin in der Erwachsenenbildung und unterrichtet im SVEB-Lehrgang an der Benedict Schule Zürich und Bern. Sie begleitet angehende Ausbilderinnen und Ausbilder auf ihrem Weg in die Lehrtätigkeit und legt besonderen Wert auf praxisnahe Didaktik.

Häufig gestellte Fragen zum SVEB-Zertifikat Ausbilder:in

Was macht eine Ausbilderin bzw. ein Ausbilder mit SVEB-Zertifikat?

Ausbilder:innen mit SVEB-Zertifikat planen, gestalten und führen Lernveranstaltungen für Erwachsene durch. Sie vermitteln Fachwissen praxisnah, begleiten Lernprozesse, fördern den Lernerfolg und reflektieren ihre didaktische und methodische Vorgehensweise im beruflichen Bildungsalltag.

Was ist das SVEB-Zertifikat Ausbilder:in?

Das SVEB-Zertifikat ist ein schweizweit anerkanntes Zertifikat in der Erwachsenenbildung. Der Lehrgang vermittelt pädagogische, didaktische und methodische Kompetenzen für die Planung, Durchführung und Auswertung von Lernveranstaltungen mit Erwachsenen.

Für wen eignet sich der SVEB-Lehrgang?

Der Lehrgang richtet sich an Fachpersonen aus Wirtschaft, Verwaltung, Industrie oder Dienstleistung, die ihr Wissen weitergeben möchten – beispielsweise als interne Trainer:innen, Kursleitende, Berufsbildner:innen oder nebenberufliche Ausbilder:innen.

Welche Inhalte werden im SVEB-Lehrgang vermittelt?

Der Lehrgang behandelt unter anderem Lernziele und Lernprozesse, Didaktik und Methodik, Kommunikation, Gruppenführung, Lerntransfer, Evaluation von Lernveranstaltungen sowie die professionelle Rolle als Ausbilder:in.

Ist der SVEB-Lehrgang berufsbegleitend?

Ja. Der Lehrgang ist berufsbegleitend aufgebaut und lässt sich gut mit einer bestehenden Berufstätigkeit kombinieren.

Welchen Abschluss erhalte ich?

Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du das SVEB-Zertifikat Ausbilder:in – Durchführung von Lernveranstaltungen. Dieses Zertifikat bildet die Grundlage für weiterführende Qualifikationen in der Erwachsenenbildung.

Dient der SVEB-Lehrgang als Vorbereitung auf eine eidgenössische Berufsprüfung?

Ja. Der Lehrgang gilt als Vorbereitungskurs für weiterführende Ausbildungen im Bereich der Erwachsenenbildung, die zum eidgenössischen Fachausweis führen.

Wird der SVEB-Lehrgang vom Bund finanziell unterstützt?

Wird nach dem Lehrgang die eidgenössische Berufsprüfung angetreten, beteiligt sich der Bund mit bis zu 50 Prozent an den anrechenbaren Kurskosten – innerhalb der gesetzlich festgelegten Höchstbeträge.

Welche Perspektiven eröffnet das SVEB-Zertifikat?

Das SVEB-Zertifikat ermöglicht den Einstieg in die Erwachsenenbildung und qualifiziert für Ausbildungs-, Schulungs- und Trainingsaufgaben. Es bildet zudem die Basis für weiterführende Abschlüsse in der höheren Berufsbildung.

Wird eine persönliche Beratung angeboten?

Ja. Die Benedict Schulen bieten eine persönliche, kostenlose und unverbindliche Bildungsberatung an, um individuelle Voraussetzungen und Weiterbildungsmöglichkeiten zu klären.

Kann ich die Kurskosten in Raten zahlen?

Ja. Die Benedict Schulen bieten flexible Ratenzahlungen an. Die Kurskosten können bequem monatlich bezahlt werden – individuell planbar und ohne finanzielle Einstiegshürden.

Autor:in

Julia Martinez

Julia Martinez ist seit Februar 2022 als Digital Content Managerin an der Benedict in Zürich tätig. Bevor sie ihren Master of Arts in Publizistik erlangte, verdiente sie sich ihre Brötchen u.a. als Buchumschlagsgestalterin, als Bildredakteurin und im Filmverleih. Nach beruflichen Boxenstopps in den Bereichen Video, Text und Fotografie gab sie 2017 dem Schreiben endgültig das Ja-Wort. Sie freut sich auf deine Story für das BeneMagazin!

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