Vom Klassenzimmer ins Berufsleben: Sagithyas Weg ins Praktikum bei der Migros Industrie.
Fünf Minuten können entscheiden, wie es weitergeht. Beim Speed-Recruiting trifft Sagithya zum ersten Mal auf die Migros Industrie. Heute macht sie dort im Rahmen der kaufmännischen Grundbildung bei Benedict ihr Praktikum. Zwischen Schulzimmer und Arbeitsalltag sammelt sie ihre ersten Berufserfahrungen. Ein Bericht über Orientierung, Chancen und den Einstieg ins Berufsleben.
Plan B mit Ziel EFZ.
Der Übergang von der Schule ins Berufsleben verläuft nicht bei allen nach Plan. Auch bei Sagithya war der Weg alles andere als geradlinig. Nach dem Abbruch der Wirtschaftsmittelschule stand sie vor der Frage, wie weiter. „Eigentlich wollte ich eine KV-Lehre absolvieren, konnte mich jedoch nicht entscheiden, wo. Ich habe nach anderen Möglichkeiten gesucht und bin so auf die Benedict Schule gestossen.“ Heute ist sie 18 Jahre alt, absolviert an der Benedict Schule die Grundbildung zur Kauffrau EFZ und sammelt aktuell im Praktikumsjahr bei der Migros Industrie erste Berufserfahrung. Ihr Weg zeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Einstieg – aber es gibt Wege, die besser zu einem passen als andere.
Schule und Praktikum im Einklang.
Was Sagithya und viele ihrer Schulkolleg:innen an der kaufmännischen Grundbildung bei Benedict schätzen, ist das Zusammenspiel von Unterricht, gezielter Vorbereitung auf die Praxis und dem anschliessenden Praktikum, in dem sie das Gelernte direkt anwenden können. Es geht nicht nur darum, Schulstoff zu lernen, sondern auch darum, den nächsten Schritt konkret vorzubereiten. Dazu gehören Bewerbungscoachings, klare Abläufe und regelmässige Austauschmöglichkeiten. So entsteht nach und nach ein Gefühl dafür, wie der Übergang in die Arbeitswelt funktionieren kann und die Lernenden werden dabei nicht einfach sich selbst überlassen. "Bei der Vorbereitung auf die Praktikumssuche hat uns Frau Kienast, die Praktikumsbetreuerin der Benedict, sehr gut vorbereitet und unterstützt”, so Sagithya.
In fünf Minuten zur Praktikumsstelle.
Das Speed-Recruiting an der Benedict wurde 2016 von Monika Kienast und ihrem Kollegen Jan Rzejak ins Leben gerufen. Einmal im Jahr kommen verschiedene Praktikumsanbieter an die Schule, um potenzielle Lernende kennenzulernen. Innerhalb eines Tages können sich die Lernenden bei rund 10 bis 12 Unternehmen in fünfminütigen Gesprächen vorstellen.
“Die Lernenden schätzen das Coaching, auch weil es die Nervosität vor den Vorstellungsgesprächen reduziert. Für viele ist dies eine neue Situation, und wir wollen niemanden ins kalte Wasser werfen.”
Monika Kienast, Praktikumsbetreuerin Benedict Schule Zürich
Speed-Recruiting – im Schnelldurchlauf zur Praktikumsstelle.
Ein fester Bestandteil der Ausbildung ist das ein- bis zweijährige Praktikum. Damit der Einstieg gelingt, organisiert Benedict regelmässig Speed-Recruitings. Dabei treffen Lernende direkt auf Unternehmen und führen kurze, kompakte Bewerbungsgespräche. Für Sagithya war genau dieser Moment entscheidend: „Es war ein neues Erlebnis. Ich konnte mich bei selbstausgewählten Firmen jeweils fünf Minuten lang vorstellen – unter anderem bei der Migros Industrie. Ich habe mich gleich am nächsten Tag bei ihnen beworben und die Stelle erhalten.“
Win-win für alle Beteiligten.
Auch für die Unternehmen hat der Anlass einen klaren Mehrwert. Stefan Griessbacher, Accountingleiter bei der Migros Industrie, beschreibt es so: „Das Speed-Recruiting von Benedict erleben wir als sehr effizient und strukturiert. In kurzer Zeit erhalten wir einen guten Eindruck von mehreren Kandidatinnen und Kandidaten. Der direkte Austausch vor Ort macht es einfacher, passende Lernende zu finden, die sowohl zum Profil der Stelle als auch zur Teamkultur passen.“ Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Praxisbetrieb spiele dabei eine wichtige Rolle. Dabei falle vor allem die Kombination aus fachlicher Grundlage und persönlicher Haltung positiv auf: „Die Ausbildung legt ein solides Fundament in betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Themen. Zudem erleben wir die Lernenden als motiviert und offen, Neues zu lernen.“ Dass es nicht nur beim Fachlichen bleibt, zeigt sich im Alltag: „Sie stellen Fragen, wollen verstehen, wie unsere Abläufe funktionieren, und bringen teilweise auch frische Ideen ein – das wirkt sich positiv auf das Team aus.“
Migros Industrie.
Migros Industrie ist die integrierte Produzentin der Migros-Gruppe und einer der grössten Eigenmarkenproduzenten weltweit. Insgesamt umfasst das Sortiment rund 16’000 Produkte – von Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten, Backwaren, Schokolade, Kaffee und weiteren. Daneben produziert die Migros Industrie auch für Drittkunden und ist im Private-Label-Geschäft tätig.
Vom Schulstoff in den Arbeitsalltag.
Der Einstieg ins Praktikum fühlt sich für viele zunächst wie ein Sprung ins Unbekannte an. So ging es auch Sagithya: „Da es meine erste Arbeitserfahrung ist, wusste ich gar nicht, was mich erwartet. Ich war gespannt, wie sich der Schulalltag von der Arbeitswelt unterscheidet.“ Inzwischen ist sie im Arbeitsalltag angekommen und hat ihren Platz gefunden. Ihre Aufgaben sind vielfältig: „Rechnungen validieren und buchen, Bankkonten verbuchen, aber auch E-Mails bearbeiten mit vielen verschiedenen Fällen. Kein Fall ist genau gleich.“ Gerade hier zeigt sich, wie wichtig die schulische Grundlage ist: „Ich konnte vieles von der Schule im Praktikum anwenden. Nicht nur den Schulstoff, sondern auch das Praktikumscoaching hat mich vorbereitet, um für die Arbeitswelt bereit zu sein.“
“Mir gefällt das Praktikum seit Tag 1! Für mich ist jeder Tag ein neues Highlight.”
Sagithya, Praktikantin Migros Industrie und Schülerin der kaufmännischen Grundbildung an der Benedict
Strukturierter Einstieg ins Berufsleben.
Bei der Migros Industrie beginnt das Praktikum mit einer klaren Einführung. In einem strukturierten Einführungsprogramm lernen die Praktikantinnen und Praktikanten das Unternehmen, ihr Team und die wichtigsten Abläufe kennen. Während des Praktikums werden sie von einer Praxisbildnerin oder einem Praxisbildner begleitet, schrittweise in neue Aufgaben eingeführt und erhalten regelmässig Feedback. Von Anfang an sind sie Teil des Teams: „Die Praktikantinnen und Praktikanten sind voll ins Team eingebunden, nehmen an Sitzungen teil und werden in den Arbeitsalltag integriert“, erklärt Stefan Griessbacher. Im Alltag übernehmen die Lernenden rasch eigene Aufgaben – etwa in der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, bei der Bearbeitung von E-Mails oder bei organisatorischen Tätigkeiten. „Wir arbeiten unsere Praktikantinnen und Praktikanten schrittweise in neue Aufgaben ein, geben regelmässig Feedback und bauen das Know-how step by step auf.“
Mitten im Team statt nur dabei.
Für Sagithya steht vor allem das Miteinander im Vordergrund: „Mir gefällt das Praktikum seit Tag 1 super! Mein Team unterstützt mich sehr und ich fühle mich wohl und wertgeschätzt. Für mich ist jeder Tag ein neues Highlight.“ Dass sich Lernende schnell integrieren, ist kein Zufall, sondern Teil des Konzepts. „Die Praktikantinnen und Praktikanten sind voll ins Team eingebunden“, so Griessbacher. Gleichzeitig profitieren auch die Unternehmen: „Die Arbeit mit Lernenden bereichert unseren Alltag. Sie bringen neue Perspektiven, stellen gute Fragen und regen uns dazu an, unsere Prozesse zu hinterfragen.“ Diese Wertschätzung zeigt sich auch im Alltag von Sagithya: „Ich erhalte regelmässig Rückmeldungen zu meiner Arbeitsleistung. Besonders geschätzt wird, dass ich mich engagiert einbringe und zuverlässig arbeite.“
“Die Praktikantinnen und Praktikanten sind voll ins Team eingebunden, nehmen an Sitzungen teil und werden in den Arbeitsalltag integriert.”
Stefan Griessbacher, Migros Industrie AG, Accountingleiter Micarna
Lernen fürs Leben.
Ein Praktikum ist mehr als nur ein Einblick in die Berufspraxis. Die Lernenden entwickeln sich im Praxisjahr nicht nur fachlich weiter. Auch persönliche Fähigkeiten wachsen: Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit. „Sie lernen, im Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und mit unterschiedlichen Ansprechpersonen zusammenzuarbeiten“, erklärt Griessbacher.
Perspektiven nach der Ausbildung.
Die Kombination aus Schule und Praxis schafft konkrete Zukunftschancen. „Wenn Leistung und Motivation stimmen, können sich die Praktikantinnen und Praktikanten sehr gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung erarbeiten“, so Griessbacher. Für Sagithya ist das eine greifbare Option: „Falls sich die Möglichkeit ergibt, nach der Ausbildung in diesem Betrieb angestellt zu werden, würde ich mich sehr darüber freuen.“
Eine Ausbildung, die fordert und fördert.
Auch wenn ihr Abschluss noch bevorsteht, hat Sagithya für sich bereits eine klare Bilanz gezogen: „Man erhält in der Ausbildung viel Unterstützung und wird gleichzeitig stark gefordert.“ Die kaufmännische Grundbildung bei Benedict macht sichtbar, wie der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt funktionieren kann – Schritt für Schritt, mit einer soliden Grundlage und ersten Erfahrungen im Berufsalltag.