Integration verbindet – Wie Benedict neue Perspektiven schafft.
Integration beginnt nicht im Schulbuch, sondern im echten Leben. Im Austausch, im Verständnis füreinander und in der Fähigkeit, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Genau hier setzt das Integrationsangebot der Benedict an: Es verbindet Sprachförderung mit persönlicher Begleitung und schafft Räume, in denen Menschen ankommen und sich entfalten können.
Sprache als Schlüssel für Integration und neue Chancen.
Deutsch zu lernen, ist für viele Teilnehmende der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben in der Schweiz. Bei Benedict geht es hier um mehr als nur Grammatik und Wortschatz. Es geht darum, Sprache erlebbar zu machen. Dozentin Tetiana Gubii beschreibt ihren Ansatz so: «Ich möchte, dass die Kursteilnehmenden die Sprache für sich entdecken und dass ihnen der Unterricht Freude bereitet.» Dabei versteht sie sich nicht als klassische Lehrperson, sondern als Begleiterin. Ähnlich sieht es auch die Dozentin Nataliya Bakshi: «Ich versuche, meinen Unterricht möglichst spielerisch zu gestalten. Mir ist es wichtig, dass sich die Schüler:innen im Klassenraum wohl und geschützt fühlen. Fast alle bringen Traumata mit und für viele ist die europäische Kultur ganz neu. All das muss man bei der Unterrichtsgestaltung berücksichtigen.»
Integrationsangebot an der Benedict Schule.
ALPHA – Alphabetisierungskurse.
Die Alphabetisierungskurse der Benedict Schule richten sich vor allem an vorläufig aufgenommene und geflüchtete Menschen. Ihr zentrales Ziel ist es, die Teilnehmenden an das Lesen und Schreiben heranzuführen. Viele von ihnen verfügen über keine oder nur sehr geringe Grundkenntnisse. Im Verlauf des Kurses entwickeln sie Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit Schrift und Sprache.
VISION – Vollschulische Bildung.
Ein Herzstück des Integrationsangebots ist das vollzeitliche Programm VISION. Hier lernen die Teilnehmenden nicht nur Deutsch, sondern auch Fächer wie Mathematik, Allgemeinbildung und ICT. Sie erhalten gleichzeitig wichtige Einblicke in das Leben in der Schweiz, von Kultur über Politik bis zum Bildungssystem. So entsteht ein abwechslungsreicher Schulalltag, der gezielt auf den nächsten Schritt vorbereitet: den Einstieg in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule. Im Laufe des Programms wird zudem der Fokus auf Berufsvorbereitung gelegt, sodass die Teilnehmenden ihre Perspektiven konkret entwickeln können. Ziel ist es, sie Schritt für Schritt fit zu machen für den Übertritt in die regulären Bildungsstrukturen der Schweiz – und damit für eine nachhaltige Integration.
Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt.
Der Kurs Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt verbindet Sprachlernen direkt mit der beruflichen Realität. Die Teilnehmenden bauen nicht nur ihre Deutschkenntnisse auf, sondern lernen, wie sie diese im Alltag und im Job konkret einsetzen können – etwa in Gesprächen, bei Bewerbungen oder im Kontakt mit Arbeitgebern. Der Unterricht ist praxisnah aufgebaut und greift Themen rund um den Schweizer Arbeitsmarkt, das Bildungssystem und den Bewerbungsprozess auf. Gleichzeitig werden wichtige Schlüsselkompetenzen gefördert – von Kommunikation über Lernstrategien bis hin zu digitalen Grundkenntnissen. So entsteht ein Lernumfeld, das gezielt darauf vorbereitet, den nächsten Schritt zu gehen: den Einstieg in den Arbeitsmarkt.
“Als ich ihnen Ausschnitte aus der ‹Zauberflöte› zeigte, hat ein Schüler plötzlich angefangen zu weinen und gesagt: ‹So was Schönes habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört›.”
Nataliya Bakshi, Deutschdozentin im Integrationsbereich an der Benedict Schule Zürich
Ein geschützter Raum für Entwicklung.
Viele Teilnehmende bringen nicht nur unterschiedliche Lernbiografien mit, sondern auch persönliche Erfahrungen, die ihren Alltag prägen. Umso wichtiger ist ein Umfeld, das Sicherheit und Vertrauen bietet. Nataliya Bakshi, Dozentin im Integrationsbereich, legt genau darauf grossen Wert. Sie begegnet ihren Teilnehmenden mit Offenheit und Respekt – auch wenn es um schwierige Themen geht: «Ich unterbreche meine Schüler:innen nie, wenn sie über ihre Flüchtlingserfahrung erzählen wollen.» So entsteht ein Lernraum, in dem nicht nur Sprache wächst, sondern auch Vertrauen.
"Am Anfang hatte ich beim Sprechen wenig Selbstvertrauen. Privat ging es mir auch nicht so gut und ich hatte keine klare Zukunft."
Ahmad (Afghanistan), Schüler Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt
"Ohne Sprachkenntnisse kann man nichts machen in einem fremden Land. Deshalb ist für mich die Integration so wichtig. Vor allem jetzt, wo ich weiss, dass ich in der Schweiz bleiben werde."
Yuliia (Ukraine), Schülerin Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt
"Am Anfang war es schwierig für mich. Ich war etwas nervös. Aber die Lehrerin Frau Bakshi war sehr freundlich."
Saliman (Afghanistan), Schüler VISION (Vollschulische Bildung)
"Ich habe an der Benedict echte Freundschaften geschlossen. Ich vermisse diese Zeit und denke gerne daran zurück."
Julia (Ukraine), Schülerin VISION (Vollschulische Bildung)
Der Unterricht als Ort der Begegnung.
Das Integrationsangebot wirkt weit über das Klassenzimmer hinaus. «Für viele ist dieser Kurs ein Ort der Begegnung», sagt Tetiana Gubii. «Die Teilnehmenden unterstützen sich gegenseitig – bei der Jobsuche, bei Weiterbildungen oder im Alltag.» Wie prägend diese Verbindungen sind, zeigt auch Saliman aus Afghanistan, der im September 2025 sein VISION Programm startete. Für ihn waren rückblickend die Freundschaften sehr wertvoll. «Ich vermisse die Zeit im Unterricht. Meine Klassenkameraden waren alle sehr lieb und ich habe mit allen noch Kontakt.» Gerade dieser Austausch hilft, sich in der neuen Umgebung schneller zurechtzufinden und Perspektiven zu entwickeln.
Drei Biografien, drei Wege, viele Perspektiven.
Ahmad – Vom Deutschkurs zum Studium an der OST.
Ein Beispiel dafür, wie Integration konkret gelingen kann, ist Ahmad aus Afghanistan. Er bringt viel mit: ein Studium im Bauingenieurwesen in seiner Heimat und einen Master in Logistik und Supply-Chain-Management aus Indien. Doch mit seiner Flucht in die Schweiz musste er praktisch bei null anfangen – mit dem klaren Ziel, sich hier ein neues Leben aufzubauen und eines Tages wieder in seinem Beruf zu arbeiten. An der Benedict besuchte er einen Deutschkurs mit Ziel Arbeitsmarkt – ein entscheidender Schritt auf seinem Weg. Heute ist er im zweiten Semester Bauingenieurwesen an der OST (Ostschweizer Fachhochschule) und arbeitet nebenbei als Kurier. Deutsch ist für ihn längst Teil des Alltags geworden: im Studium, im Job, im Gespräch mit Nachbarn oder beim Ausfüllen von Formularen. «Am Anfang konnte ich nur wenige einfache Wörter und hatte wenig Selbstvertrauen beim Sprechen. Der Deutschkurs hat mir geholfen, mich besser auszudrücken und Texte zu verstehen. Am besten hat er mich auf die Vorlesungen an der OST vorbereitet.»
Yuliia – Zwischen Abschied und Ankommen.
Yuliia lebt seit vier Jahren in der Schweiz und hat bei Benedict einen Deutschkurs mit Ziel Arbeitsmarkt besucht. In ihrer Heimat Ukraine studierte sie Organisationsmanagement. Ihr Weg in die Schweiz war alles andere als geplant. «Ich hatte ein gutes Leben in der Ukraine und musste wegen des Krieges von einer Minute auf die nächste alles zurücklassen.» Sie kam mit ihren beiden Kindern in die Schweiz – mit der Hoffnung, nach einem Monat wieder zurückzukehren. Mit der Zeit wurde aus dem vorübergehenden Aufenthalt ein neues Leben. Besonders ihre Kinder (4 und 12 Jahre alt) haben hier schnell Fuss gefasst: «Sie sprechen sogar Schweizerdeutsch und möchten in der Schweiz bleiben.» Auch für Yuliia selbst hat sich die Perspektive verändert, und sie hat erkannt, wie wichtig Deutsch für die Integration ist. Ihre Mitschüler:innen und Lehrerin Tetiana Gubii wurden schnell zum Herzstück des Kurses und prägten die Erfahrung entscheidend mit: «Die Teilnehmenden kamen aus sehr unterschiedlichen Ländern, doch alle hatten wir dasselbe Ziel – Deutsch zu lernen. Wir waren wie eine grosse Familie.»
Julia – Von Null auf Lehrstelle.
Julia ist 17 Jahre alt, kommt aus der Ukraine und lebt seit anderthalb Jahren in der Schweiz. An der Benedict Schule besuchte sie das vollschulische Programm VISION – mit dem klaren Ziel, ihre Ausbildung in einem sicheren Umfeld fortzusetzen. «Ich bin in die Schweiz gekommen, weil ich meine Ausbildung, die ich in der Ukraine begonnen hatte, abschliessen wollte. Wegen des Krieges war das dort nicht mehr möglich.» Der Einstieg war herausfordernd: «Am Anfang war es sehr schwierig, weil ich nichts verstand.» Umso wichtiger war die Unterstützung, die sie im Kurs erfahren hat. Heute blickt sie auf einen grossen Schritt zurück: Sie hat eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit bei der Spitex gefunden. «Die Zeit bei Benedict hat mir wirklich geholfen, eine Lehrstelle zu finden. Wir wurden im Unterricht bei den Bewerbungen unterstützt.» Neben dem sprachlichen Fortschritt bleibt vor allem eines in Erinnerung: die Menschen. «Ich habe echte Freundschaften geschlossen. Ich vermisse diese Zeit sehr und denke gerne daran zurück.»
Echte Einblicke in die Schweiz.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms sind auch kulturelle Exkursionen. Sie helfen, die Schweiz nicht nur zu verstehen, sondern zu erleben und eröffnen vielen Teilnehmenden völlig neue Perspektiven. Gerade kulturelle Angebote, die für viele in der Schweiz selbstverständlich sind, sind für einige Teilnehmende völliges Neuland. Nataliya Bakshi beschreibt das eindrücklich: «Viele Schüler:innen aus islamischen Ländern waren noch nie in ihrem Leben in einem Museum oder Theater. Ich musste im Unterricht sogar die Wörter ‹Theater›, ‹Ballett› und ‹Oper› erklären, weil sie diese auch mit einem Übersetzungsprogramm nicht verstanden. Als ich ihnen Ausschnitte aus der ‹Zauberflöte› zeigte, hat ein Schüler plötzlich angefangen zu weinen und gesagt: ‹So was Schönes habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört›.» Solche Momente zeigen, wie wichtig es ist, Kultur nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.
“Wir reden viel über das Leben in der Schweiz, über die Kultur, über die Mundart und darüber, wie man sich integriert und wie schwer es manchmal ist, bei null anzufangen.”
Tetiana Gubii, Deutschdozentin im Integrationsbereich an der Benedict Schule Zürich
Kleine Erfolge, grosse Wirkung.
Oft sind es die kleinen Momente, die zeigen, wie viel sich verändert. Wenn Teilnehmende beginnen, komplexe Gedanken auszudrücken oder sich aktiv in Diskussionen einzubringen. «Es verändert für sie viel, wenn sie über Gefühle und anspruchsvolle Themen sprechen können», sagt Tetiana Gubii. Diese Fortschritte sind mehr als sprachliche Erfolge – sie bedeuten Selbstvertrauen, Teilhabe und neue Möglichkeiten.
Integration mit Wirkung.
Gerade im Integrationsprozess sind Vertrauen, Nähe und individuelle Unterstützung entscheidend. Die Integrationsprogramme zeigen, wie wirkungsvoll die Kombination aus strukturierter Bildung und persönlicher Begleitung ist. Denn Integration gelingt dort, wo Menschen gesehen, begleitet und gefördert werden. Das Angebot der Benedict macht genau das möglich und schafft Perspektiven, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen.
Häufige Fragen zu den Integrationskursen und der vollschulischer Bildung.
Was beinhalten die Integrationskurse bei den Benedict Schulen?
Die Integrationskurse der Benedict Schulen unterstützen Menschen dabei, sich sprachlich, gesellschaftlich und beruflich in der Schweiz zu integrieren. Im Mittelpunkt stehen Deutschkenntnisse, Alltagsorientierung und der gezielte Aufbau von Kompetenzen für Ausbildung und Arbeitsmarkt.
Für wen eignen sich die Integrationsangebote?
Die Integrationsangebote richten sich an zugewanderte Personen, aufgenommene und geflüchtete Menschen sowie an alle, die ihre Deutschkenntnisse für Alltag, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe systematisch aufbauen möchten. Die Kurse stehen auch Personen offen, die nicht zur Hauptzielgruppe der Integrationsagenda gehören.
Welche Ziele verfolgen die Integrationskurse?
Ziel der Integrationskurse ist es, die Teilnehmenden sprachlich zu befähigen, sich im Alltag sicher zu verständigen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Fokus liegt auf Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt.
Was sind Alphabetisierungskurse?
Alphabetisierungskurse vermitteln grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse im lateinischen Alphabet. Sie richten sich insbesondere an Personen, die in ihrer Erstsprache nur wenig oder keine Schriftsprachkenntnisse besitzen, und schaffen die Basis für weiterführende Sprach- und Integrationsangebote.
Sind die Alphabetisierungskurse nur für geflüchtete Personen?
Nein. Die Alphabetisierungskurse stehen auch Personen offen, die nicht zur Hauptzielgruppe der Integrationsagenda gehören, aber grundlegende Lese- und Schreibkompetenzen erwerben oder festigen möchten.
Wie ist der Unterricht aufgebaut?
Der Unterricht ist praxisnah, strukturiert und vollschulisch organisiert. Sprachlernen wird mit Alltags- und Orientierungsthemen kombiniert, um einen nachhaltigen Lernfortschritt zu ermöglichen. Die Kurse berücksichtigen unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Bildungserfahrungen.
Welche Rolle spielt der Arbeitsmarkt in den Integrationskursen?
Ein zentraler Bestandteil der Integrationsangebote ist Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt. Die Teilnehmenden lernen, sich sprachlich im beruflichen Umfeld zurechtzufinden und werden auf weiterführende Bildungsangebote oder den Einstieg ins Erwerbsleben vorbereitet.
Wann starten die Integrationskurse?
Die Integrationskurse starten regelmässig. Die genauen Startdaten sind auf der jeweiligen Kursseite ersichtlich oder werden im persönlichen Beratungsgespräch erläutert.