Nach der Informatikgrundbildung sind die Lernenden fit für den Berufseinstieg.
Schule, Coaching und Berufspraxis – wer bei Benedict eine Informatikgrundbildung mit EFZ-Abschluss macht, absolviert auch ein bezahltes Praktikum. Danach haben die Lernenden dasselbe Rüstzeug wie nach einer klassischen Lehre. Ines Zschille ist Praktikumsbetreuerin bei Benedict. Sie hat uns erzählt, wie sie die Lernenden während des Bewerbungsprozesses begleitet.
Was sind Ihre Aufgaben als Praktikumsbetreuerin?
Zur vierjährigen Informatikgrundbildung bei Benedict gehört nebst des schulischen Unterrichts auch die berufliche Praxis. In den letzten zwei Jahren heisst es für die Lernenden deshalb, das Erlernte während eines zweijährigen Praktikums anzuwenden. Deshalb führe ich für die Schüler:innen Bewerbungsworkshops durch und organisiere diverse Aktivitäten wie das Speed-Recruiting. Ich begleite sie sowohl vor als auch während ihres Praktikums. Zudem bin ich Kontaktperson für Unternehmen, die Praktika anbieten.
In welcher Form finden die Speed-Recruitings statt?
Beim Speed-Recruiting laden wir alljährlich Unternehmen ein, die Praktikumsplätze im Bereich der Informatik anbieten. Am Recruiting vom 9. März 2022 nahmen 19 Betrieben statt. Die 48 angehenden Informatiker:innen hatten jeweils fünf Minuten Zeit, um die Recruiter von sich zu überzeugen. Danach ist jeweils Apéro und Networking angesagt. Hier tauschen sich alle in entspannter Atmosphäre aus. Die Firmen schätzen den Anlass, da ihnen die Besetzung der Praktikumsstelle erleichtert wird. Folgerichtig ist unser Speed-Recruiting also eine klassische Win-win-Situation.
Speed-Recruiting bei Benedict
Speed-Recruiting – Dein Sprungbrett zum Praktikum und EFZ-Abschluss
Was macht die schulisch organisierte Informatikgrundbildung bei Benedict so beliebt?
Die Auszubildenden schätzen es, dass sie sich in den ersten beiden Jahren auf die Schule konzentrieren können. Die Gefahr, dass Schüler:innen mit Lernschwierigkeiten den Anschluss verlieren, ist geringer. In solchen Fällen können wir schnell reagieren. Auch, dass sich die Schülerinnen und Schüler erst nach einem Jahr für eine Fachrichtung entscheiden müssen, kommt vielen entgegen. Sie haben die Wahl zwischen Applikations- und Plattformentwicklung. Wer unschlüssig ist, in welche Richtung es gehen soll, wird von unseren Dozierenden beraten. Meist finden die Lernenden dann schnell heraus, welches ihre Stärken und Präferenzen sind.
Sie führen auch Bewerbungscoachings durch. Was beinhalten diese?
Fester Bestandteil der Informatikgrundbildung ist die Vorbereitung auf die Praktikumssuche. Deshalb besuchen die Schüler:innen im zweiten Ausbildungsjahr ein Semester lang einen Bewerbungsworkshop (2 Lektionen pro Woche). In einem ersten Schritt geht es um Fragen zur Selbsterkenntnis. Was sind meine Fähigkeiten und Interessen im IT-Bereich? Welche Werte sind mir im Job wichtig? Was sind meine Stärken und Schwächen? Welches Bild habe ich von mir selbst? Und wie werde ich von anderen wahrgenommen? In einem zweiten Schritt werden die Lernenden bei ihren Bewerbungsunterlagen unterstützt. Was kommt in ein Bewerbungsdossier? Wie erstelle ich einen Lebenslauf? Worauf muss ich bei Online-Bewerbungen achten? Damit alle Lernenden im Besitz eines professionellen Bewerbungsfotos sind, organisieren wir zudem ein Fotoshooting. Danach bereiten wir die Lernenden auf die Vorstellungsgespräche vor. Auf welche Fragen kann ich mich im Vorfeld vorbereiten? Wie gehe ich mit Absagen um? Worauf muss ich beim Praktikumsvertrag achten? Welches sind meine Rechte und Pflichten als Praktikant:in?
Werden die Lernenden während des Praktikums weiterhin betreut?
Ja, das gehört dazu. Da während des Praktikums freitags Schultag ist, bieten wir dann Sprechzeiten an. Zudem besuche ich die Schüler:innen in den Firmen und bin Ansprechperson bei Fragen und Anliegen.
Welche Rolle spielen IT-Unternehmen in Ihrer Tätigkeit?
Eine grosse Rolle! Da das bezahlte Praktikum fester Bestandteil der Grundbilddung ist, ist das Akquirieren von IT-Firmen ein wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit. Sobald eine Firma zusagt, erhalten die Lernenden die Kontaktdaten, um ihre Bewerbungsdossiers einzureichen. Mittlerweile haben wir einen grossen Pool an Unternehmen, die Lernende der Benedict anstellen.
Was schätzen Sie an der Tätigkeit als Praktikumsbetreuerin?
Mir gefällt die Vielseitigkeit! Ich arbeite gerne mit jungen Menschen zusammen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln sich während ihrer Grundbildung, nicht nur auf fachlicher Ebene sondern auch in ihrer Persönlichkeit. Zudem schätze ich die Kommunikation und das Zwischenmenschliche. Transparenz, Offenheit und Respekt sind dabei die Grundpfeiler. Es ist eine grosse Freude, wenn auf diese Weise fruchtbare Konstellationen entstehen. Am Ende des Tages profitieren alle davon – die Lernenden und die Unternehmen.
Über Ines Zschille
Ines Zschille ist gelernte Ingenieurpädagogin und seit 2014 als Praktikumsbetreuerin der angehenden Informatikerinnen und Informatiker bei Benedict tätig.
Häufig gestellte Fragen zur Informatik-Ausbildung mit EFZ.
Wie lange dauert die Informatik-Ausbildung mit EFZ?
Die Ausbildung dauert vier Jahre.
Wo kann die Ausbildung absolviert werden?
Die Ausbildung wird an der Benedict Schule in Zürich und Luzern angeboten.
Wann startet die Informatik-Ausbildung?
Die Ausbildung startet jeweils im August.
Welchen Abschluss hat man nach der Ausbildung?
Nach erfolgreichem Abschluss erlangen die Lernenden das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) - wie nach einer Berufslehre also.
Besucht man während der Ausbildung nur die Schule?
Nein, die Ausbildung beinhaltet nebst dem schulischen Unterricht auch einen praktischen Teil. In den letzten zwei Jahren absolvieren die Lernenden deshalb ein bezahltes Praktikum und wenden das Gelernte in einem Unternehmen an.
Was lernt man während der Informatik-Ausbildung?
- Generelle Themen, Sprache und Kommunikation, Gesellschaft
- Fremdsprache Englisch/Technisches Englisch, Vorbereitung auf das Cambridge Business Englisch Certificate
- Office Tools (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstechnik)
- Mathematik
- Elektrotechnik und Elektronik
- Informatik Hard- und Software
- Internetauftritt
- Datenbanken anlegen und warten
- Netzwerke in Betrieb nehmen
- Servertechnologien kennenlernen
- Einfache und komplexere Applikationen realisieren
- Projekte planen und umsetzen
Kann man sich während der Informatikausbildung auf einen Bereich spezialisieren?
Ja! Die Lernenden entscheiden sich im zweiten Ausbildungsjahr für die Fachrichtung Applikationsentwicklung oder Plattformentwicklung.
Was macht man als Applikationsentwickler:in?
- Du entwickelst Apps und Webseiten.
- Du stehst in engem Kontakt mit User und Kunden.
- Du erstellst innovative Lösungen mit IT-Werkzeugen.
- Du programmierst und testest Software-Anwendungen.
- Du schulst die Anwender:innen.
Was macht man als Plattformentwickler:in?
- Du bist für die Sicherheit verantwortlich und beugst Hackerangriffe vor.
- Du bewirtschaftest Serversysteme und -dienste.
- Du planst lokale Netzwerke (LAN).
- Du installierst, konfigurierst und überwachst die Netzwerkbetriebe.
- Du bist für die Sicherheit und Verfügbarkeit der Systeme und Dienste verantwortlich.
Wie sehen die Perspektiven von Informatiker:innen aus?
Die Nachfrage nach Fachkräften in der Informatik ist grösser denn je. Ihre Fähigkeiten sind in allen Branchen gefragt – von der Finanzwelt über das Gesundheitswesen bis hin zur Industrie.
Ist eine konventionelle Informatiker-Lehre nicht besser?
Nein, denn nach der Ausbildung bei Benedict hast du dieselben Chancen wie nach einer Berufslehre. An der Benedict Schule lernst du dasselbe, du wendest ebenfalls das Gelernte in der Praxis an (bezahltes zweijähriges Praktikum) und schliesst ebenso mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) ab. Zudem dauert die Ausbildung gleich lang wie die Berufslehre.
Viele Schüler:innen schätzen es, dass sie sich in den ersten beiden Jahren auf den Schulunterricht konzentrieren können und erst am Schluss das Vollzeitpraktikum absolvieren.
Welche Grundbildungen bietet die Benedict Schule sonst noch an?
Die Benedict Schule bietet insgesamt vier Grundbildungen an:
Informatiker:in EFZ
Hat man nach dem EFZ Weiterbildungsmöglichkeiten?
Ja! Es gibt verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Beispiel:
- System- und Netzwerktechniker:in mit eidg. Fachausweis
- Applikationsentwickler:in mit eidg. Fachausweis
- Wirtschaftsinformatiker:in mit eidg. Fachausweis
Wie kann man sich die Ausbildung finanzieren?
Es besteht die Möglichkeit der Ratenzahlung. Zusätzlich bieten wir ein Studiendarlehen in Zusammenarbeit mit Cashare an.
Wieviel verdient man als Informatiker:in EFZ?
Einsteiger:innen ohne Berufserfahrung verdienen etwa 69'393 Franken pro Jahr. Das höchste zu erwartende Jahresgehalt liegt aktuell bei rund 105'000 Franken.