Fitnesstrainer und Dozent – Stani weiss, worauf es in der Fitnessbranche ankommt.

Stani ist Sportwissenschafter, Fitnesstrainer und Dozent an der Benedict Schule in Luzern. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Fitnessbranche hat er bereits über tausend Kund:innen begleitet. Im Interview verrät er, wie angehende Fitnessberater:innen erfolgreich durchstarten und welche Fitness-Mythen sich hartnäckig halten.

Stanimir Atanasov ist Sportwissenschafter, Fitnesstrainer und hat in seiner Karriere bereits über tausend Kund:innen auf dem Weg zu ihren sportlichen Zielen begleitet. Er leitete verschiedene Fitnesscenter, wirkte beim Aufbau einer neuen Fitnesskette mit und weiss, worauf es in der Fitnessbranche wirklich ankommt. Sport begleitet ihn auch in seiner Tätigkeit als Dozent an der Benedict Schule in Luzern. Im Interview erzählt er, wie sich angehende Fitnessberater:innen auf dem Arbeitsmarkt positionieren können, wie er seine Schüler:innen auf den Beruf vorbereitet und was er von Trainings-Apps, Bauchübungen und typischen Anfängerfehlern hält.

 

An wen richtet sich der Lehrgang Fitnessberater:in und Fitnesstrainer:in?

Der Lehrgang richtet sich an alle, die ihr Wissen über Fitness, Training und Gesundheit vertiefen möchten. Er eignet sich sowohl für Einsteiger:innen ohne Vorkenntnisse als auch für Personen, die bereits im Fitness- oder Gesundheitsbereich tätig sind und andere beim Erreichen ihrer Fitnessziele professionell unterstützen möchten.

Welche Qualifikationen sollte man mitbringen – sowohl für die Ausbildung als auch für den Beruf?

Für die Ausbildung und den späteren Beruf sollte man Interesse an Sport, Bewegung und Gesundheit mitbringen. Wichtig sind zudem Freude am Umgang mit Menschen und Kommunikationsfähigkeit, da man Kund:innen beim Training unterstützt und begleitet. Ausser Lernbereitschaft und Interesse an Themen rund um Training und Ernährung sind für die Ausbildung keine speziellen Vorkenntnisse nötig.

Welche Chancen hat man heute als Fitnessberater:in, wo es doch so viele Trainings-Apps gibt?

Trotz vieler Fitness-Apps bleiben die Chancen für Fitnessberater:innen sehr gut. Apps ersetzen keine persönliche Betreuung. In meiner langjährigen Sportberufstätigkeit als Trainer habe ich erkannt, dass eine hervorragende Kundenbetreuung die wichtigste Grundvoraussetzung für den Trainingserfolg bildet. Ich bin überzeugt, dass das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Trainer und Kundschaft die höchste Priorität haben sollte, da nur so die Trainingsbedürfnisse der Kunden befriedigt werden können.

Dipl. Fitness-Berater:in / Dipl. Fitness-Trainer:in Benedict

Ort: Benedict Schule Zürich, Luzern, Bern und St. Gallen

Dauer: 2 Semester, berufsbegleitend

Kursinhalte nach ASCA-Richtlinien:

  • Anatomie und Physiologie
  • Pathologie
  • Hygiene- und Notfallmassnahmen
  • Psychologie und Psychosomatik
  • Anamnese und Diagnostik
  • Trainingslehre und Trainingspraxis
  • Spezifisches Gesundheitstraining
  • Beratung, Betreuung und Verkauf 

Wie kann man sich nach der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt positionieren?

Nach der Ausbildung eröffnet sich ein breites Feld an Möglichkeiten. Man kann in Fitnessstudios arbeiten, im Personal Training starten oder sich in Kurs- und Gesundheitsbereichen einbringen. Wer aktiv bleibt, Erfahrungen sammelt und sich weiterentwickelt, findet schnell seinen Platz im Beruf und kann sich Schritt für Schritt spezialisieren.

Die Ausbildung heisst Fitnessberater:in / Fitnesstrainer:in. Was ist der Unterschied?

Fitnesstrainer:innen betreuen vor allem das praktische Training, erstellen Trainingspläne und korrigieren Übungen direkt mit den Kund:innen. Fitnessberater:innen konzentrieren sich stärker auf Beratung, Planung und Motivation rund um Training, Gesundheit und Ernährung. In der Ausbildung bei Benedict werden beide Bereiche miteinander kombiniert.

“Ich habe selbst als Trainer angefangen, später mehrere Fitnesscenter geleitet und bei der Eröffnung einer neuen Fitnesskette mitgewirkt. Diese Erfahrungen bringe ich in den Unterricht ein.”

Stanimir Atanasov, Sportwissenschafter, Fitnesstrainer und Dozent an der Benedict in Luzern

Welche Erwartungen haben die Absolvierenden an den Lehrgang?

Absolvierende erwarten vom Lehrgang vor allem praxisnahes Wissen, das sie direkt im Training und in der Kundenbetreuung anwenden können. Zudem wünschen sie sich eine gute Vorbereitung auf den Berufsalltag, klare Grundlagen in Training, Gesundheit und Ernährung sowie die Möglichkeit, sich für den Arbeitsmarkt oder eine Spezialisierung zu qualifizieren.

Welche Fehler machen Fitness-Anfänger am häufigsten?

Häufige Fehler von Einsteiger:innen sind zu schnelle Trainingssteigerungen, falsche Übungsausführung und fehlende Regeneration. Oft wird auch die Ernährung oder die Bedeutung von Technik unterschätzt. Verhindern kann man das durch gute Anleitung, saubere Technik, realistische Trainingspläne und ausreichend Erholung.

This or that mit Stani.

Cardio oder Kraft?

Nicht entweder oder. Ich setze sowohl auf Cardio als auch auf Krafttraining und ergänzend dazu auf Stabilität.

Frühtraining oder spät abends?

Frühtraining.

Freihanteln oder Maschinen?

Freihanteln.

Proteinshake oder Real Food?

Ich bevorzuge immer echtes Essen, da es vielseitiger ist und den Körper ganzheitlich versorgt. Proteinshakes sind jedoch eine praktische Ergänzung und können schnell helfen, den täglichen Proteinbedarf zu decken.

Playlist oder Podcast?

Playlist – ich muss während meinem Training abschalten.

Lieblingstraining: Oberkörper oder Beine?

Beides.

Sauna oder Eisbad?

Beides! Nach Krafttrainingseinheiten Sauna, nach langen Ausdauereinheiten ein Eisbad.

Welche Trends beobachtest du gerade in der Fitnessbranche, die für angehende Fitnesstrainer:innen interessant sind?

Ein zentraler Trend in der Fitnessbranche ist der wachsende Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung. Durch vermehrt sitzende Tätigkeiten, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung steigt der Bedarf an professioneller Betreuung. Gut ausgebildete Fitnesstrainer:innen und Gesundheitsexpert:innen spielen deshalb eine immer wichtigere Rolle, um mit gezieltem Training und Beratung nicht übertragbaren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes wirksam vorzubeugen.

Wovon profitieren deine Schüler:innen am meisten?

In meinem Unterricht kombiniere ich Theorie und Praxis. Ziel ist es, die Teilnehmenden optimal auf die Arbeit auf der Trainingsfläche vorzubereiten, indem theoretisches Wissen direkt in praktische Anwendungen umgesetzt wird. Die Schüler:innen profitieren von diesem praxisnahen Ansatz und vor allem auch von meiner praktischen Erfahrung aus der Fitnessbranche. Ich habe selbst als Trainer angefangen, später mehrere Fitnesscenter geleitet und bei der Eröffnung einer neuen Fitnesskette mitgewirkt. Diese Erfahrungen bringe ich in den Unterricht ein, damit die Inhalte praxisnah, verständlich und direkt im Berufsalltag anwendbar sind.

Was sind die Highlights in deiner Karriere als Fitnesstrainer?

Das grösste Highlight meiner Karriere ist, dass ich im Laufe der Zeit eine Anzahl an Kund:innen im vierstelligen Bereich aus verschiedensten Ziel- und Altersgruppen begleiten und erfolgreich unterstützen durfte. Besonders erfüllend ist dabei zu sehen, wie unterschiedlich Menschen ihre Ziele erreichen und sich positiv entwickeln.

Was bereitet dir Freude an deinem Beruf?

Als Lehrperson bereitet es mir Freude, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben und zu sehen, wie die Schüler:innen sich entwickeln und Sicherheit im Beruf gewinnen. Besonders motivierend ist es, wenn sie das Gelernte erfolgreich in der Praxis anwenden können. Als Fitnesstrainer erfüllt mich, Menschen individuell zu begleiten, ihre Fortschritte mitzuerleben und sie beim Erreichen ihrer persönlichen Ziele zu unterstützen – unabhängig von Alter oder Ausgangsniveau.

“Bauchübungen sind überbewertet, weil das sichtbare Sixpack hauptsächlich von Faktoren wie Körperfettanteil und Ernährung abhängt.”

Stanimir Atanasov, Sportwissenschafter, Fitnesstrainer und Dozent an der Benedict in Luzern

Was würdest du sofort im Fitnessstudio verbieten, wenn du könntest?

Ich würde im Fitnessstudio nichts direkt verbieten. Stattdessen würde ich versuchen, Trainierende mit gezielten Ratschlägen von unproduktiven Gewohnheiten wie dem ständigen Herumtelefonieren abzubringen und sie zu einem fokussierten, effizienten Training zu motivieren.

Welche Übung wird deiner Meinung nach völlig überschätzt?

Bauchübungen werden oft überbewertet und in vielen Varianten trainiert, obwohl das sichtbare Sixpack hauptsächlich von Faktoren wie Körperfettanteil und Ernährung abhängt. Entscheidend ist daher weniger die Menge an Bauchübungen, sondern ein ganzheitlicher Ansatz.

Und zum Schluss, in einem Satz: Was macht für dich einen richtig guten Trainer aus?

Ein guter Trainer passt sich den Menschen an, erklärt klar und motiviert sie, ihre Ziele sicher zu erreichen.


Stanimir Atanasov ist Sportwissenschafter, Sport- und Bewegungstherapeut sowie Gründer von S.T.A.N.I. (Support, Transformation, Activity, Nutrition, Individuality).

Nach seinem Studium der Sportwissenschaft an der Universität Bern begleitet er als selbständiger Trainer Menschen auf ihrem Weg zu ihren sportlichen und gesundheitlichen Zielen. Zudem unterrichtet er als Dozent an der Benedict Schule Luzern.

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Häufig gestellte Fragen zum Lehrgang Fitnessberater:in.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung ist in zwei Stufen aufgebaut:

Stufe 1: Schulmedizinische Grundlagen (gem. ASCA)
Das Ausbildungskonzept ist ärztlich geprüft. Nach erfolgreichem Abschluss wird die praktische Methode (Stufe 2, nach ASCA) in Angriff genommen.

Stufe 2, praktischer Teil Fitnessberatung

Welche Module werden in der ersten Stufe unterrichtet?

In der ersten Stufe werden schulmedizinische Grundlagen gemäss ASCA unterrichtet:

Anatomie / Physiologie 

  • Zell-, Gewebe-, Organlehre - Sie lernen die räumlichen Strukturen und Funktionseinheiten des menschlichen Körpers kennen: Zellen, Gewebe, Organe und Organsysteme, räumliche Grundstrukturen. Wesentliches zu Bau und Funktion von Lymph- und Verdauungssystem, Harnsystem, Hormonsystem, Geschlechtsorganen und Sinnesorganen, besonders der Haut.
  • Herz / Atmung / Nerven / Reflexe - Sie erwerben Wissen zu Aufbau und Funktion des Blutes, des Herzens, der Atmungsorgane; zu Aufbau und Funktion des Nervensystems und den Merkmalen von zentralem, peripherem und vegetativem Nervensystem.
  • Bewegungsapparat - Sie erwerben Grundwissen über die Funktionsweise des Bewegungssystems. Es umfasst Knochen-, Muskellehre sowie den Halteapparat.
  • Allgemeiner Kenntnisstand Anatomie - Bei den Bauabschnitten des Körpers, den wichtigsten Organen und Blutgefässen sind Ihnen die deutschen und lateinischen Bezeichnungen geläufig. Auch Richtungen innerhalb des Körpers und anatomische Schnittebenen können Sie benennen.

Pathologie - Allgemeine Krankheitslehre, häufige Krankheitsbilder: Zivilisationskrankheiten, Infektionskrankheiten, erbliche und chronische Krankheiten. Sie kennen Unterschiede in der Erkennbarkeit, persönlichen Disposition und Übertragbarkeit verschiedener Erkrankungen. Bei ausgewählten Erkrankungen können Sie das Krankheitsbild beschreiben, häufige Symptome nennen, häufige Ursachen und Folgeerkrankungen benennen.

Hygiene-/Notfallmassnahmen - Massnahmen und Mittel zur Vermeidung jeglicher Infektionen beim Kunden und beim Therapeuten; Grundlagen der Nothilfe.

Psychologie / Psychosomatik - Zusammenhänge zwischen körperlichen Symptomen und psychischen Einflussfaktoren. Sie können Quellen für eine fachliche Unterstützung nennen. Grundwissen zu ausgewählten Krankheiten (z. B. Burnout) und Symptomen (Schmerz), Tabus bei medizinischen Themen.

Anamnese / Diagnostik - Kundengespräch, Erfassung und Dokumentation des subjektiv empfundenen und objektiv messbaren Gesundheitszustandes, Erkennung und Erfassung von Veränderungen während der Behandlungszeit, Verständnis ärztlicher Befunde.

Welche Module werden in der zweiten Stufe unterrichtet?

In der zweiten Stufe werden fitnessspezifische Module unterrichtet:

Trainingslehre / Trainingspraxis - Allgemeine Trainingslehre, sportmotorische Fähigkeiten, Skelettmuskulatur, Kraft und Erscheinungsformen, Begriffe im Zusammenhang mit Maximalkraft, Kraftausdauer, Schnellkraft, Trainingsprinzipien, das Modell der Superkompensation, Muskelfasertypen, Energiebereitstellungssysteme, Grundlagen der Trainingssteuerung und Trainingsplanung, Anweisung von Fitnessgeräten und Fitnessübungen, Trainingsplanung, Aufwärmen, Krafttrainingsmethoden, Methoden im Ausdauertraining, motorische Fähigkeit, Herzfrequenz als Steuergrösse, Leistungsdiagnostik, Beweglichkeitstraining.

Spez. Gesundheitstraining  - Risikofaktoren, Metabolisches Syndrom, Gesundheitssport, Präventivsport, muskuläre Dysbalancen und Rückenbeschwerden, Folgeerkrankungen, Osteoporose, Arthrose, Hypertonie, Gicht, Adipositas, Diabetes Mellitus I & II, Erkrankungen der Atemwege (Asthma), Medikamente und Sport.

Beratung / Betreuung / Verkauf  - Auftreten, Verhalten, Einführung von Neukunden und bestehenden Kunden, Organisation, Verkauf und Beratung, Beratungsgespräch (menschliche Denk- und Motivationsstrukturen), Beratung als Beruf, die Person des Beraters und Therapeuten, Aufgaben und Verantwortung des Beraters, Aufgabenbereiche, Informationsbeschaffung, Umgang mit Kundinnen und Kunden.

Wie lange dauert die Ausbildung Fitnessberater:in?

Insgesamt dauert die Ausbildung Fitnessberater:in ca. ein Jahr:

Stufe 1: ca. 7 Monate (exkl. Prüfungen)
Stufe 2: ca. 5 Monate

Wo arbeiten Fitnessberater:innen?

Fitnessberater:innen arbeiten in:

  • Fitnesscentern
  • Kur- und Wellnesshotels
  • Ferienanlagen
  • Sportaktivitäten in der Freizeit

Was sind die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung Fitnessberater:in?

Grundvoraussetzungen:

  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Berufsabschluss oder gleichwertige Ausbildung
    oder entsprechende Berufspraxis

 

Von Vorteil, aber nicht Bedingung:

  • medizinische Berufsausbildung oder
  • paramedizinische Ausbildung bzw.
  • med. Kenntnisse

    oder
  • Fitness- oder Trainingserfahrung oder
  • Vorbildung als Turn- und Sportlehrer:in oder
  • Gymnastiklehrer:in oder
  • Jugend + Sport-Leiter:in

Kann die Ausbildung berufsbegleitend absolviert werden?

Ja! Der Unterricht findet je nach Standort jeweils samstags oder montags statt (09.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 16.00 Uhr) und kann auch online besucht werden.

An welchen Standorten wird die Ausbildung Fitnessberater:in angeboten?

Die Ausbildung wird an allen Standorten der Benedict Schule (Zürich, Luzern, St. Gallen und Bern) angeboten. Es ist auch eine online Teilnahme möglich.

Kann ich die Kurskosten in Raten bezahlen?

Ja. Die Benedict Schulen bieten flexible Ratenzahlungen an. Es stehen zudem Darlehenslösungen zur Verfügung.

Autor:in

Julia Martinez

Julia Martinez ist seit Februar 2022 als Digital Content Managerin an der Benedict in Zürich tätig. Bevor sie ihren Master of Arts in Publizistik erlangte, verdiente sie sich ihre Brötchen u.a. als Buchumschlagsgestalterin, als Bildredakteurin und im Filmverleih. Nach beruflichen Boxenstopps in den Bereichen Video, Text und Fotografie gab sie 2017 dem Schreiben endgültig das Ja-Wort. Sie freut sich auf deine Story für das BeneMagazin!

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